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Bündnis fordert Senkung der Höchstgeschwindigkeit außerorts von 100 auf 80 km/h

Bündnis fordert Senkung der Höchstgeschwindigkeit außerorts von 100 auf 80 km/h

Ein von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) koordiniertes, breites gesellschaftliches Bündnis fordert die am Donnerstag tagende Verkehrsministerkonferenz auf, sich für eine sofortige Absenkung der Höchstgeschwindigkeit außerorts von 100 auf 80 km/h auszusprechen. Darüber hinaus brauche es die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen und mehr Tempo 30 innerorts. Die Maßnahmen seien nahezu kostenfrei, sofort umsetzbar und würden jährlich hunderte Verkehrstote und tausende Schwerstverletzte vermeiden.

"Dazu sparen sie jährlich bis zu 11,7 Millionen Tonnen CO2 ein und verringern die Abhängigkeit von Ölimporten. Bereits seit mehreren Jahren beschäftigen sich die Landesverkehrsministerinnen und -minister mit der Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Landstraßen. Berichte, die Tempo 80 als wirksame Maßnahme identifizieren, wurden von der Verkehrsministerkonferenz bislang nur zur Kenntnis genommen“, so das Bündnis in einer Pressemitteilung. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Seit Jahren diskutiert die Verkehrsministerkonferenz über Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Sachverständige empfehlen die Absenkung der Höchstgeschwindigkeit außerorts auf maximal 80 km/h – und trotzdem passiert nichts. Wir fordern die Landesverkehrsminister auf, sich endlich für ein Tempolimit von 100 auf Autobahnen, 80 außerorts und 30 innerorts einzusetzen – um Menschenleben zu retten und die klaffende CO2-Lücke im Verkehrssektor zu schließen. Dass diese effektive und kostengünstige Maßnahme nicht längst umgesetzt ist, lässt uns fassungslos zurück. Bürgerinnen und Bürger laden wir ein, sich unserer Forderung nach einem Tempolimit anzuschließen und unsere Petition zu unterschreiben.“

Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender Gewerkschaft der Polizei: „Der Unfallschwerpunkt Landstraße muss auch in der Fahrausbildung verpflichtender Bestandteil bleiben: Der durch den Bundesverkehrsminister eingebrachte Vorstoß zum Wegfall eines Großteils der Pflichtstunden in der praktischen Fahrausbildung sendet diesbezüglich ein völlig falsches Signal. Wir wissen durch die Unfallstatistik, dass auf Landstraßen die meisten tödlichen Unfälle passieren. Wir müssen uns den Landstraßen zum Schutz der Verkehrsteilnehmer intensiv widmen und Geschwindigkeiten reduzieren.“

Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des VCD: „Fast sechzig Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle passieren auf Landstraßen, bei mehr als einem Drittel war zu schnelles Fahren die Hauptursache. Wie lange wollen wir noch den Tod so vieler Menschen im Straßenverkehr hinnehmen? Wir brauchen endlich wirksame Maßnahmen, um den Verkehr im Sinne der Vision Zero für alle sicherer zu machen. Maximal Tempo 80 außerorts gehört als wichtigste Maßnahme dazu.“

Arno Wolter, Geschäftsführer der Initiative für sichere Straßen: „Erfahrungen und Studien aus dem Ausland zum Beispiel aus Frankreich belegen klar, dass eine Absenkung der Höchstgeschwindigkeit auf 80km/h auf Landstraßen die Zahl der Unfälle und Personenschäden signifikant reduzieren kann. Solche Potentiale sollten konsequenter genutzt werden zur Erreichung der Vision Zero Ziele, denen sich auch die Bundesregierung in ihrem Verkehrssicherheitsprogramm verpflichtet hat.“

Wulf Hoffmann, Vorstandsmitglied der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland: „Für uns steht in Übereinstimmung mit der Deutschen Verkehrswacht und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat insbesondere die Vermeidung von getöteten oder schwerverletzen Verkehrsopfern im Vordergrund. Die Korrelation zwischen Geschwindigkeit und schweren Unfallfolgen ist mit diversen Studien belegt: Hier ist anzusetzen, um der Vision Zero näher zu kommen.“

Roland Stimpel, Vorstand FUSS e.V.: „Auch Gehende brauchen dringend mehr Sicherheit auf Landstraßen. Im Jahr 2024 starben außerhalb von Ortschaften 89 Menschen zu Fuß, 1.627 wurden verletzt. Viele hatten am Rand von Straßen ohne Gehwege laufen müssen, was bei Tempo 100 noch viel gefährlicher ist als bei 80.“

Das von der DUH initiierte Aktionsbündnis besteht aus den folgenden Organisationen: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Changing Cities e.V., FUSS e.V., Gewerkschaft der Polizei (GdP), Greenpeace Deutschland, Hannovair, Initiative für sichere Straßen, Klimaschutz im Bundestag, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Robin Wood e.V., Verbund Service und Fahrrad (VSF), Verkehrsclub Deutschland (VCD), Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD).

Kommentare

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Hätteesgernschönhier
1 monat vor
Ich bin für ein Verbot von Bündnissen. Und jetzt?
Warum sollen wir uns eigentlich mit jedem Hirnfurz auseinandersetzen? Geh doch zu Fuß, wer will. Da ist viel CO2 gespart.
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Fuffty
1 monat vor
Ich habe das die letzte Woche ausprobiert.
max. Tempo 80 auf der Landstraße un max. 110 auf der Autobahn.
Sch...e, es funktioniert.

Der Durchschnittsverbrauch ging von 6,5 auf 5,8 Liter auf 100 km zurück.
Gefahren bin ich in dieser Woche 500 km.
Das macht 3,5 Liter weniger verbrauch.
Beim aktuellen Dieselpreis von 2,30 Euro sind das 8,05 Euro gespart.

Das Jahr hat 52 Wochen, da käme schon etwas zusammen.
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De alde Hanauer
1 monat vor
Ich bin erst garnicht gefahren, sondern geflogen. Macht rund 3 Liter auf 100 km. Da guckste.

Oder waren Sie zu dritt im Auto?

500km, da fährt man auch Bahn, wenns passt.
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9
Old white man
1 monat vor
zitiere Fuffty:
Ich habe das die letzte Woche ausprobiert.
max. Tempo 80 auf der Landstraße un max. 110 auf der Autobahn.
Sch...e, es funktioniert.

Der Durchschnittsverbrauch ging von 6,5 auf 5,8 Liter auf 100 km zurück.
Gefahren bin ich in dieser Woche 500 km.
Das macht 3,5 Liter weniger verbrauch.
Beim aktuellen Dieselpreis von 2,30 Euro sind das 8,05 Euro gespart.

Das Jahr hat 52 Wochen, da käme schon etwas zusammen.



Das sind doch fake news. Physikalisch nur zu erklären, wenn man vorher im dritten Gang 150 gefahren ist.

Jeder hat heute einen Bordcomputer und sieht den Verbrauch X bei Geschwindigkeit Y
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8
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
1 monat vor
Vermutlich mit 30km/h im 6 Gang auf die Autobahn um dann auf 5 km irgendwann bei 100km/h zu kommen....natürlich Bergab mit Rückenwind!
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9
Proximo
1 monat vor
Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen, die über 25.000 km im Jahr fahren, auf ihren Spritverbrauch achten. Aber deswegen müssen das andere nicht unbedingt.
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10
Graf Arco
1 monat vor
Absolut richtige Sicht der Dinge. Das Letzte was man bei solcher Regulierungswut im Auge hat, ist der Vorteil des Einzelnen. Und wenn es sich nur um ein paar Euro handelt.
Dirigismus. Kontrollwahn. Ideologisch fundierte Rechthaberei. Nichts anderes.
Der Pöbel soll gefälligst Fahrradfahren ansonsten zahlt er die bis 75% Steuern und Abgaben, die auf jeden Liter Sprit fallen.
Und in Polen kostet der Liter 1,40 €.... lasst euch nicht verarschen.
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19
Old white man
1 monat vor
Verbrennermotoren werden auf ein Optimum an Leistung und Drehmoment designet. Die sich daraus ergebende Optimalgeschwindigkeit ist davon unabhängig und eher von Karroserie, Reifen etc. abhängig.

Mein Bordcomputer behauptet zudem, dass meine mittlere Gesxhwindigkeit sowieso schon nur 75 kmh beträgt. Und das bei 20 km täglicher Autobahnstrecke.
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19
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
1 monat vor
Es geht nicht darum irgendetwas "Verändern" zu wollen, sondern darum die Bürger weiterhin in irgendwelche dinge zu zwingen.
Wie durch die CDU erst bekannt gegeben steht genau das was passiert so im Koalitionsvertrag mit der SPD.

Spritpreise senken...nada, steht ebenfalls im Koalitionsvertrag.
Wir werden uns an steigende Energiekosten gewöhnen müssen, das wird sich nur marginal verändern, aber weiterhin steigen.

Und wenn irgendwann niemand mehr Verbrenner fährt, weil sich kaum jemand den Sprit leisten kann,
werden irgendwelche Steuern auf E-Autos erhoben.

Wer glaubt, das der Staat sich Steuergelder entgehen lassen wird, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
Woher sollen die Milliarden an Steuereinnahmen aus den Energieträgern kommen, wenn sich das niemand mehr leisten kann?
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19
Bürger
1 monat vor
DUH! Das ist eine der Organisationen, die sich durch ideologische Gängelung auszeichnen. Sollte das Ziel wirklich nur die Co2-Einsparung sein, dann wäre ein Tempolimit für E-Autos doch ohne jeden Sinn.
Vielleicht ist das auch der Versuch uns alle auf die Schiene zu bringen. Die Autos so lange ausbremsen bis die Bahn wieder die Nase vorne hat...
Wer auf die Teilnahme an auswärtigen Terminen angewiesen ist, der hat oftmals keine Alternative. Ich stimme auch zu, dass das Unfallrisiko deutlich sinken würde, wenn die Autobahn frei wäre von Fahrern, die nur noch 80 km/h fahren und sogar LKWs zum Überholen zwingen und von Fahrern, die stringend ohne Grund auf der Mittelspur fahren.
Was kommt dann als Nächstes?
Wir könnten mit weniger Investitionen in die CO2-Reduzierung sehr viel mehr erreichen, wenn wir das globale Problem auch global angehen würden. Z.B. die Nutzung von Klimaanlagen in Asien für ganze Märkte, die die zu 50% im freien stattfinden. Baut man eine Halle dafür/darüber, kann man die CO2-Emissionen eines ganzen Jahres für ein kleines/mittelständisches Unternehmen in Deutschland einsparen! Wieso müssen wir uns immer geißeln, statt wirklich etwas zu bewirken?
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26
FHI
1 monat vor
Wer fährt eigentlich 100 Km/h auf Landstraßen? Es werden dort nach meinen Erfahrungen deutliche höhere Geschwindigkeiten gefahren. Sogar Lkws, die eigentlich dort 60 Km/h fahren dürfen, rasen auf Landstraßen mit 80-100 km\h durch die Landschaft.
Kontrollieren wird das überhaupt nicht.
Ergo: Unnützen Artikel
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20
Stefan
1 monat vor
zitiere FHI:
Wer fährt eigentlich 100 Km/h auf Landstraßen? Es werden dort nach meinen Erfahrungen deutliche höhere Geschwindigkeiten gefahren. Sogar Lkws, die eigentlich dort 60 Km/h fahren dürfen, rasen auf Landstraßen mit 80-100 km\h durch die Landschaft.
Kontrollieren wird das überhaupt nicht.
Ergo: Unnützen Artikel



Volle Zustimmung!

Es sollen einfach die ganz aktuell bestehenden Regeln, Geschwindigkeitsbeschränkungen eingehalten und kontrolliert werden.

Selbst das geschieht nicht!

Und übrigens bin ich der Meinung: nicht die flotten Fahrer sind das Problem, sondern die Blindschleichen, die Langsamfahrer und vor allem diejenigen, die das Rechtsfahrgebot und das Blinken ignorieren.
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2
Prof. ad. Wilfried W
1 monat vor
Aus Zweirädern > Einräder: Spart 50% Ressourcen!
(Satire)
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17
Hätteesgernschönhier
1 monat vor
Wieder jemand, die ein Problem lösen, was wir gar nicht haben.
Gleich mal kucken, ob die staatliches Geld bekommen.

Es ist doch tatsächlich so, dass solche Organisationen Themen bearbeiten, die bei fortschreitender Arbeit gelöst sind. Und damit machen sie sich selbst überflüssig. Nun müssten sie sich auflösen. Stattdessen denken sie sich die nächste Sache aus, die niemand will.
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19
Andreas
1 monat vor
Ist es nicht viel mehr so, das man hier versucht, einen großen Nachteil der elektrisch betriebenen Fahrzeuge unter dem Schutzmantel eines Tempolimits zu verstecken?!

Und auch für den geisteskranken Fall, dass ich dieses Tempolimit für Sinnvoll erachten würde, wird es trotzdem nicht gebraucht, weil die meisten Teilnehmer im Strassenverkehr doch eh nur noch 70km/h, maximal 80km/h auf der Landstrasse fahren.

Und das auf der Autobahn jemand zügig fährt (und damit meine ich nicht 200+km/h, sondern eher 130-150km/h), erlebt man auch relativ selten.

Wozu ein Limit, wenn eh kaum einer schneller fährt?!?!

Die wenigen, die schneller unterwegs sind, werden sich auch durch ein Tempolimit keinen Backstein unter ihr Gaspedal legen!

Die unbegrenzten Autobahnabschnitte sind unsere letzte verbliebene FREIHEIT!

Und die geben wir nicht her!

Ende der Durchsage!
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16
A.S.
1 monat vor
Tacho bis 220 km/h?

Der dürfte dann, der geforderten Vision folglich, Geschichte sein.

Das erkläre man einer innovativen Einstellung, immer schneller, immer höher, immer weiter, gerecht werden zu müssen.

Demnach müsste man den Autobauern erklären das die PS / KW Boliden nicht zukunftsfähig sind. Das man Autos bauen müsste deren Höchstgeschwindigkeit eigentlich bei 120 km/h ein Ende hat.
Warum sollte man weiterhin Autos bauen deren Möglichkeiten weit über dem geforderten Limit liegen?

Unfälle geschehen doch sicherlich aus einer weitestgehend selbst überschätzten Einstellung heraus. Technisch aufgerüstete KFZ, die in allen Situationen Sicherheit vermitteln sollen, tragen dazu doch massiv bei.

Bedeutet demnach das wir uns zukünftig, mit dem eigenen KFZ unterwegs, auf viel Zeit mitbringen, einstellen müssten.
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19
Hätteesgernschönhier
1 monat vor
Ein Trabi muss her? :D
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