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Ferienende im Main-Kinzig-Kreis: Schulchaos anstatt Winterchaos

Ferienende im Main-Kinzig-Kreis: Schulchaos anstatt Winterchaos

Als hätte es im Main-Kinzig-Kreis durch die zunächst missglückten neuen Busfahrpläne nicht schon genug Aufregung vor dem Schulstart nach den Weihnachtsferien gegeben, fühlten sich viele Schulleitungen und Eltern am Wochenende erneut komplett alleine gelassen. Nach der Glatteis-Warnung durch den Deutschen Wetterdienst rechneten alle mit entsprechenden Informationen zu Präsenz- oder Distanzunterricht aus der Kreisverwaltung oder dem Hanauer Rathaus. Allerdings vergeblich: die zuständigen Schulträger schwiegen.

Dabei hatte die Hessische Landesregierung eigentlich eine klare Vorgabe gemacht: Falls die Sicherheit des Schulweges durch ein extremeres Winterwetter nicht mehr gewährleistet werden kann, sollten die Schulträger (Stadt, Landkreis) in enger Abstimmung mit Schulleitungen und unter Einbeziehung der Einschätzungen des öffentlichen Nahverkehrs über den Ausfall des Präsenz-Schulbetriebs entscheiden. Eine entsprechende Entscheidung sollte über verabredete Kommunikationswege verbreitet werden, eine Notbetreuung in den Schulen immer gewährleistet sein. Diese Information veröffentlichen einige Schulen auch auf ihren jeweiligen Internetseiten, mit dem Hinweis, dass letztlich die Eltern selbst die Entscheidung treffen sollten, ob sie ihre Kinder gefahrlos in die Schule schicken können.

Am Sonntag spitzte sich die Situation dann immer mehr zu: Die Wetterwarnung war inzwischen auf „Lebensgefahr“ hochgestuft worden, allerdings wollte zunächst offenbar keine Schulleitung dem Anfang machen und Distanzunterricht anordnen. Dann trauten sich schließlich die Beruflichen Schulen und die Kaufmännischen Schulen in Gelnhausen und Hanau, denen die Entscheidung angesichts der durchweg älteren Schülerschaft etwas leichter gefallen sein dürfte.

Nach der Veröffentlichung der ersten Schulabsagen glühten dann die Drähte unter den Schulleitungen heiß, auch in der VORSPRUNG-Redaktion gingen immer mehr Anfragen ein. Verunsicherte Lehrkräfte, fragende Eltern – alle warteten auf ein Signal aus ihrer Schule. Ergebnislos blieb auch der Blick auf die Internetseite des Staatlichen Schulamtes – keine Informationen zu einem möglicherweise schwierigen wetterbedingten Schulstart nach den Ferien. Offenbar ermutigt durch die ersten Umstellungen auf Distanzunterricht gingen die Meldung aus den Schulen dann nach und nach ein. Eine vollständige Liste kam so aber nicht zustande und so erhielt die VORSPRUNG-Redaktion selbst am Montagmorgen noch mehrere E-Mail-Anfragen von Eltern zu verschiedenen Schulen.

Der Main-Kinzig-Kreis als Schulträger äußerte sich erst am Montagnachmittag auf Anfrage zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien und sprach von einem Schulstart, der weitgehend ohne größere Probleme oder Störungen verlaufen sei. Zudem wurde erklärt, dass es üblich sei, dass die Schulleitungen in eigener Verantwortung über einen Wechsel in den Distanzunterricht entscheiden. Im Vorfeld der Entscheidungen habe es einen engen Austausch von Schuldezernent Jannik Marquart (CDU) mit dem Staatlichen Schulamt sowie dem Kreiselternbeirat und einigen Schulleitungen gegeben, um das Vorgehen zu erörtern. „Dieses Verfahren ist üblich und bewährt, denn die rund 100 Schulen im Main-Kinzig-Kreis von Maintal bis Sinntal sind im Hinblick auf die örtlichen Gegebenheiten, Schulwege, Einzugsgebiet, Organisation und Struktur sehr unterschiedlich. Entsprechend ist es sinnvoll, in Anbetracht problematischer Witterungsereignisse die Verantwortung zum Schulbetrieb dezentral und differenziert zu regeln. Das entspricht auch den gesetzlichen Vorgaben. Wichtig ist aber in jedem Fall die umfassende und rechtzeitige Information aller Beteiligten, damit schnell Klarheit besteht. Nach Auskunft der Kreisverkehrsgesellschaft sind die Busse ohne nennenswerte Einschränkungen gefahren. Lediglich ein Unternehmen hatte die Fahrten zur Frida-Kahlo-Schule (Bruchköbel) und sowie zur Martinsschule und Brentanoschule (Linsengericht) eingestellt“, ließ Marquart mitteilen.

Folgende Schulen hatten laut Angaben des Main-Kinzig-Kreises auf Distanzunterricht umgestellt:

- Grimmelshausen-Gymnasium
- Kinzig-Schule Schlüchtern
- Haupt- und Realschule Birstein
- Friedrich-August-Genth-Schule (Wächtersbach)
- Hans-Elm-Schule (Sinntal)
- Kreis-Realschule Bad Orb
- Elisabeth-Strupp-Schule (Gelnhausen)
- Beruflichen Schule Gelnhausen
- Grundschule Herolz
- Verbundschule Romsthal/Kerbersdorf

In Hanau hatten die Kaufmännischen Schulen und die Mädchenrealschule St. Josef am Sonntag Distanzunterricht angekündigt.

Kommentare

1
Hätteesgernschönhier
4 monate vor
Man sieht hier schön, wie man sich selbst verrückt machen kann. Lebensgefahr in Hanau durch das bißchen Krisselschnee war jedenfalls nicht gegeben. Zwei Schulen waren unnötig dicht. Die anderen Schüler dürfen sich dafür als Helden des Alltags fühlen. Leute, das nennt man Winter. Da besteht bei uns hier nur Lebensgefahr, wenn einem die Politik oder linke Extremisten die Heizung im Keller lahm legt.
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1
Holger Saß
4 monate vor
NRW HAT DAS BESSER GEMACHT! anstatt kleinkariertem CHAOS!
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2
Eisvogel
4 monate vor
Das Kultusministerium hätte eigentlich nur sagen müssen - in Hessen fällt die Schule aus. Aber da hatte scheinbar der Minister nicht den A..... in der Hose.
In der Liste der Schulen die den Unterricht abgesagt hatten waren die wenigsten der Grundschulen. Gerade die " Kleinen" mußten in die Schule, für mich völlig unverständlich.
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Gast
4 monate vor
Und warum hätte in ganz Hessen die Schule ausfallen sollen?
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Uk
4 monate vor
Eben, es war gar nix los....von wegen Lebensgefahr. Bissel Schnee mein Gott.
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