Die NGG Rhein-Main warnt jetzt vor zu niedrigen Renten. Es gehe darum, ein „Abrutschen der Rente“ zu verhindern: „Wer im Alter genug Geld zum Leben haben will, muss sich am 23. Februar darum kümmern. Denn wie hoch die gesetzliche Rente sein wird, das kann jeder mitentscheiden – und zwar per Kreuz in der Wahlkabine bei der Bundestagswahl. Und die Rente ist für alle wichtig – für Jung und Alt: für den Azubi in der Gastronomie genauso wie für den Altgesellen in der Bäckerei oder für den Lagerarbeiter in der Lebensmittelproduktion“, sagt Hendrik Hallier.
Der Geschäftsführer der NGG Rhein-Main richtet deshalb einen „Renten-Appell“ an die Beschäftigten im Main-Kinzig-Kreis. Sie sollen den Wahlkampf nutzen, um den Parteien auf den „Renten-Zahn“ zu fühlen: „Wer im Main-Kinzig-Kreis für den Bundestag kandidiert, muss Farbe bekennen. Die entscheidende Frage beim Straßenwahlkampf im Main-Kinzig-Kreis ist: Wie hoch wollen die Bundestagskandidaten die Rentenlatte legen?“
Denn der neue Bundestag und die Bundesregierung müssten dringend eine Rentenreform anpacken. „Der wichtigste Punkt dabei ist das Rentenniveau: Je höher es ist, desto mehr Geld haben die Senioren im Portemonnaie. Da geht es um jeden Prozentpunkt – auch hinterm Komma“, so Hendrik Hallier. Hier müsse es eine Haltelinie nach unten geben: „Unter 48 Prozent darf das Rentenniveau nicht sacken. Sonst rutschen nämlich noch mehr Menschen in die Altersarmut“, sagt der Gewerkschafter. Die NGG Rhein-Main fordert, dass das Rentenniveau zukünftig auch wieder auf 50 Prozent und höher steigen muss.
Neben diesem „Prozent-Check“ zur Rentenhöhe gehe es auch darum, die Positionen der Parteien zum geplanten Renteneintrittsalter abzuklopfen: „Ab wann sollen die Menschen ohne Abschläge in Rente gehen können? – Genau diese Frage sollten die Beschäftigten den Bundestagskandidaten im Main-Kinzig-Kreis ebenfalls stellen – und zwar bei jeder Gelegenheit, die sich bis zur Bundestagswahl bietet“, fordert Hendrik Hallier.
Parteien, die versuchten, das Renteneintrittsalter nach oben zu schrauben, machten eine „Weit-weg-Politik vom Arbeitsleben der Menschen“. Schon die Rente mit 67 sei für viele jetzt unerreichbar. „Vom Koch bis zum Produktionshelfer, der Tag für Tag in der Lebensmittelindustrie am Band steht: Viele, die dauerhaft anstrengende Arbeit leisten, sind oft schon viel früher am Ende“, so Hendrik Hallier.
Außerdem fordert die NGG Rhein-Main einen „Rententopf für alle“: „Von der Rechtsanwältin bis zum Lebensmitteltechniker, von der Köchin, Kellnerin und Konditorin bis zum Arzt, Apotheker und Architekten – für alle muss es künftig eine Rentenkasse geben“, sagt NGG-Geschäftsführer Hallier. Wichtig sei darüber hinaus, die Rente „finanziell auf solide Füße zu stellen“. Einer Aktienrente erteilt die NGG Rhein-Main damit eine klare Absage: „Die gesetzliche Rente mit ihren Beiträgen, für die Beschäftigte hart gearbeitet haben, hat an der Börse nichts zu suchen. Sie darf nicht – in Aktienpakete verpackt – gehandelt werden“, so Hallier. Auch das von CDU/CSU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz im Wahlkampf jetzt geforderte staatliche Aktien-Depot für Kinder sei nichts anderes als „der Beginn eines schleichenden Ausstiegs aus der gesetzlichen Rentenversicherung“.
Entscheidend für eine Rente, die zum Leben reicht, sei vor allem aber auch ein guter Lohn. Wer heute zum Mindestlohn arbeite, rutsche im Alter „schnurstracks in die Armut“. Aktuell gibt es nach Berechnungen, die das Pestel-Institut für die NGG gemacht hat, rund 34.100 Jobs im Main-Kinzig-Kreis, in denen die Menschen weniger als 15 Euro pro Stunde verdienen.
„So ein Niedriglohn ist nichts anderes als eine Armutsfalle fürs Alter“, sagt Hallier. Ziel müsse es sein, mehr Jobs zu haben, in denen der Tariflohn gezahlt werde. Auch darum gehe es bei der Bundestagswahl. „Das Stichwort heißt: Bundestariftreuegesetz. Auch darauf warten viele Niedriglohn-Beschäftigte im Main-Kinzig-Kreis“, sagt Hendrik Hallier. Es gehe immerhin darum, dass bei öffentlichen Aufträgen künftig konsequent der Tariflohn gezahlt werde.




Kommentare
Man kann den hier niedergeschrieben Zeilen zustimmen.
Doch ist das Thema "Rente in der Zukunft" nicht erst gestern auf der Bildfläche erschienen.
Wohlwissend wird diese Thema, immer zu diversen Wahlen aus dem Hut gezaubert, um damit werbeträchtig auf Wählerstimmenfang zu gehen, um dann nach den Wahlen das Ganze wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen.
Wie im Artikel beschrieben: „Wer im Alter genug Geld zum Leben haben will, muss sich am 23. Februar darum kümmern" kann man wie folgt kommentieren.
Es ist ein Trugschluss das wir als Wähler auch nur im Ansatz eine Mitbestimmung, egal in welcher Angelegenheit auch immer, hätten.
Die politische Eigendynamik greift sofort nach Schließung der Wahllokale. "Was interessiert mich mein Gerede von Gestern"
Hätten wir dieses Veto, so müssten sich nicht vermeintliche "Problemlöser" weiterhin, recht erfolglos, mit immer noch anhaltenden Defiziten beschäftigen. Wobei sich, rückblickend, niemand in der politischen Welt ernsthaft Gedanken darüber zu machen scheint. Man selbst ist ja gut versorgt!
Um so trauriger ist es das immer wieder dieser alte Kaugummi zu Wahlen weichgekaut wird. Schmecken tut Dieser schon lange nicht mehr.
Es ist traurig genug das man sehenden Auges miterleben muss wie gewisse "berufene Redenschwinger" die Karre vollends an die Wand fahren. Den Wähler im Glauben lassend das er ja das Ganze in der Hand hätte.
Wenn es dann wieder einmal nicht passt in der politischen Welt, bekommt man zu hören, dass der Wähler sich falsch entschieden hätte!
Der "Regierungsauftrag" verkommt zur Posse angesichts der herrschenden Defizite.