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Main-Kinzig-Kreis hat keine finanziellen Reserven mehr

Main-Kinzig-Kreis hat keine finanziellen Reserven mehr
Am 12. Dezember soll der Haushalt 2026 im Kreistag beschlossen werden.

"Die derzeitigen Haushaltsberatungen für das kommende Jahr im Main-Kinzig-Kreis sind geprägt von weiterhin sehr herausfordernden Rahmenbedingungen für die Kommunalfinanzen“, so Landrat Thorsten Stolz (SPD) in einer Pressemitteilung. Die aktuellen internationalen und nationalen Verwerfungen, Krisen und Herausforderungen hätten unmittelbare Auswirkungen und würden finanziell ihren Niederschlag im vorgelegten Zahlenwerk finden. Beispielhaft nennt der Landrat die anhaltende wirtschaftliche Stagnation, gleichzeitig steigende Ausgaben und Aufgaben im Jugendhilfe- und Sozialhilfebereich sowie die unzureichende Krankenhaus- und Pflegefinanzierung.

"Noch im Sommer zeichnete sich nach ersten Kalkulationen eine dramatische Finanzierungslücke von bis zu 90 Millionen Euro ab. In zahlreichen und intensiven Konsolidierungs-, Optimierungs- und Beratungsrunden innerhalb der Kreisverwaltung und den einzelnen Dezernaten ist es gelungen, dieses Defizit erheblich zu reduzieren und trotz aller Widrigkeiten spätestens mit der finalen Beschlussfassung in Dezember einen genehmigungsfähigen Haushalt vorzulegen“, berichtet der Landrat. Am 31. Oktober wurde der umfangreiche Finanzplan zur Beratung in den Kreistag eingebracht.

Übrig geblieben war eine Finanzierungslücke in einer Größenordnung von circa 18,8 Millionen Euro, die aber bis zur Beschlussfassung im Dezember komplett geschlossen werden soll - und zwar ohne eine Erhöhung der Kreisumlage. Eingeplant ist dabei auch schon die kurzfristige „Soforthilfe“ der Hessischen Landesregierung in Höhe von circa 8,3 Millionen Euro für den Main-Kinzig-Kreis. „Mit großen Kraftanstrengungen ist uns der Spagat gelungen zwischen der Notwendigkeit zur Konsolidierung und zur eigenen Aufgabenerfüllung und Gestaltungskraft als Landkreis sowie der Rücksichtnahme auf die finanzielle Leistungsfähigkeit unserer 28 kreisangehörigen Städte und Gemeinden“, fasst der Landrat das Ergebnis zusammen und die bislang 29. Kommune, die Stadt Hanau, bereits rausgerechnet. Der Haushaltsplan nach dem Abschied von Hanau aus dem Main-Kinzig-Kreis zum 1. Januar 2026 sei geprägt von Verlässlichkeit, Orientierung und der Fortsetzung eines klaren Kurses im Sinne der Zukunftsfähigkeit des Main-Kinzig-Kreises.

Wie schon in der jüngsten Kreistagsitzung von Stolz ausgeführt, „ist die aktuelle Schieflage der Kommunalfinanzen, insbesondere die dramatische Entwicklung in den Landkreisen, nicht hausgemacht, sondern der Tatsache geschuldet, dass die Landkreise, immer mehr Aufgaben übernehmen müssen, ohne dafür eine angemessene Kostenerstattung zu erhalten“.  Erschwerend komme hinzu, dass der Landkreis über keine finanziellen Reserven mehr verfügt, um aus eigener Kraft heraus Finanzierungslücken zu schließen oder Defizite zu decken. Reserven und freie liquide Mittel seien seit 2024 nicht mehr vorhanden. Trotz dieser widrigen Rahmenbedingungen sei es aber gelungen, den gemeinsamen politischen Gestaltungswillen eindrucksvoll mit Zahlen zu untermauern. „Die Zukunftsinvestitionen in die Infrastruktur unseres Landkreises bewegen sich mit den veranschlagten rund 105 Millionen Euro im kommenden Jahr auf einem Rekordniveau“, so der Landrat. Insbesondere in schwierigen Zeiten komme es darauf an, den starken und erfolgreichen Landkreis weiter auf Kurs zu halten.

Diese Zielsetzung zeige sich in der im Haushaltsentwurf abgebildeten Agenda mit unvermindert hohen Anstrengungen für Bildung und Schule, Glasfaserausbau und Digitalisierung, den Ausbau der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie für die Themen Klimaschutz, Verkehrsinfrastruktur und ÖPNV. Zudem setze der Main-Kinzig-Kreis mit dem Bau des Azubi-Campus neue Impulse für Arbeit, Ausbildung und Fachkräftesicherung. Zudem gehe es darum, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu wahren und bürgerschaftliches Engagement nach Kräften zu unterstützen. Wie der Landrat erläutert, sei neben dem Ausbau der Daten-Autobahnen auch die Digitalisierung der Verwaltung ein wesentlicher Schwerpunkt der nächsten Jahre. „Hier ist die digitale Transformation kein abstrakter Begriff mehr, sondern wir sind mittendrin. Im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung sind derzeit 125 Anträge online gestellt und 65 Prozent der Fallakten sind auf die eAkte umgestellt worden. Damit repräsentieren wir eine überdurchschnittlich hohe Quote. Der Main-Kinzig-Kreis war Pilot bei der Einführung des digitalen Bauantrages und war der erste hessische Landkreis, der den Baugenehmigungsprozess komplett digital abwickeln konnte.“

Durch das Zusammenspiel von Homeoffice, mobilem Arbeit und einer intelligenten Raumlogistik verfolge die Kreisverwaltung mit hoher Dynamik das Konzept der geteilten Arbeitsplätze (Desksharing). Damit werde es in den nächsten Jahren möglich sein, angemietete Büroflächen freizugeben und mittelfristig 700.000 Euro pro Jahr einzusparen. Wie der Landrat bereits in seiner Rede im Kreistrag ausgeführt hatte, ist der vorgelegte Haushaltsentwurf „kein Wünsch-Dir-Was-Konzert, aber ein wichtiger Impuls, um entscheidende Politik- und Handlungsfelder bewusst zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen und die Infrastruktur zu stärken“. Zu dieser Stärkung würden auch die Investitionsförderungen für die Main-Kinzig-Kliniken in Höhe von 6 Millionen für den Ausbau der zentralen Notaufnahme einschließlich Neustrukturierung der Anästhesie in Gelnhausen, den Umbau der Inneren Medizin in Schlüchtern sowie den Aufbau einer geriatrischen Tagesklinik in der Bergwinkel-Stadt zählen.

Neben der Konsolidierung und Stärkung der kreiseigenen Alten- und Pflegezentren nennt Stolz die Akademie für Gesundheit und Pflege als weiteres Beispiel des Gestaltungswillens. "Für die gemeinnützige GmbH geht es nach der erfolgreichen Eröffnung des neuen Physio-Campus vor rund drei Monaten mit dem Erwerb eines Nachbargrundstücks nun um die Arbeiten für den Erweiterungsbau am Bildungshaus in Gelnhausen. In der neuen Akademie erweitern wir die Ausbildungsplätze für bis zu 800 Nachwuchskräfte im Bereich der Pflege, aber auch in weiteren Gesundheitsberufen“, erläutert der Landrat. 

Beispielhaft ist aus Sicht des Landrates auch der Einsatz und Ausbau der erneuerbaren Energien. "Schon heute nimmt der Main-Kinzig-Kreis in Hessen einen vorderen Platz ein. Mittlerweile gibt es 17.700 Photovoltaikanlagen, 26 Biomasseanlagen, 29 Wasserkraftanlagen und 111 Windkraftanlagen, die ausreichend Strom für alle privaten Haushalte im Landkreis liefern. Im Sinne der Nachhaltigkeit werde zudem das innovative Projekt des Wasserverbandes Kinzig am Stausee in Ahl vorangetrieben. Ziel ist es hier, bis zu 9 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr aufzubereiten, das der Region nach dem letzten Planungsstand ab 2031 zur Verfügung steht. Die genannten Bespiele unterstreichen, dass wir trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen intensiv an der Zukunftsfähigkeit der Region im Sinne der Bürgerinnen und Bürger arbeiten und in einem hohen Maß Verantwortung übernehmen“, macht der Landrat deutlich.

Eckdaten und Kennzahlen des Haushaltes 2026:
Fehlbetrag Ergebnishaushalt: 6.303.687 Euro
Ordentliche Erträge: 822.642.000 Euro
Ordentliche Aufwendungen: 828.945.687 Euro
Defizit Finanzhaushalt: 18.762.056 Euro
Liquiditätskredite laut HH-Satzung: 70.000.000 Euro
Summe der Investitionen: 105.111.200 Euro

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Am 12. Dezember soll der Haushalt 2026 im Kreistag beschlossen werden.

Kommentare

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Rudi Krausgrill
5 monate vor
Im MKK ist jede Menge Geld da. Es wird nur nicht für die Bevölkerung eingesetzt. Der Kreis will in 2026 ca. 55 Millionen Euro für die Alimentierung junger Afghanen, Afrikaner und Araber ausgeben. Ca. 1,6 Miillionen Euro werden für "Klimaanpassungen" ausgegeben werden.

Die Investionen für Schulen sind gerade mal doppelt so hoch. Hier sieht man, wo die Prioritäten von CDU/SPD liegen.
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10
Kaa Lust mehr
5 monate vor
In der Tat sind die Kosten von Kriegen, an denen wir weder beteiligt sind, oder Gott bewahre auch einen Nutzen habe könnten in der Form von Geflüchteteten auf unserer Kostenstelle.

Schickt sie alle wieder heim. Alle. Dem einen oder anderen schenken wir gerne einen Stahlhelm um sein achsogeliebtes Vaterland zu sxhützen. Man kann auch mit nem SUV an die Front fahren. Haut ab, kämpft oder ergebt euch. Zehntausende Wohnungen würden frei. Syrer, Afghanen oder Ukrainer. Haut einfach ab.
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12
Jürgen
5 monate vor
Dich und deine ausländerfeindlichen Ansichten sollten wir als erstes dahin senden, dann weißt du mal wovon du da überhaupt redest.
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8
Freigeist
5 monate vor
Wenn man Ideologien finanziert kommt sowas raus.
Muss man sich nicht wundern. Die AfD warnt seit Jahren… statt dessen wird weiter auf sie rumgehackt.
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7
D.A.
5 monate vor
Zitat Beispielhaft nennt der Landrat die anhaltende wirtschaftliche Stagnation, gleichzeitig steigende Ausgaben und Aufgaben im Jugendhilfe- und Sozialhilfebereich sowie die unzureichende Krankenhaus- und Pflegefinanzierung.
Kein Wort zu unseren Facharbeitern!
Verlogen wie eh und je.Ein fröhliches weiter so!
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9
Holger Saß
5 monate vor
wer solchen Schwachsinn behauptet, sollte wenigstens den Arsch in der Hose haben, mit Klarnamen zu reden... so zeigt sich nur eine dummdreiste Feigheit!

Stattdessen könnte man die Auskreisungskosten des MKK´s kritisieren, die bestimmt schon jetzt mehrere hunderttausend Euro betragen... die dem MKK jetzt fehlen.
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8
Proximo
5 monate vor
Unter Klarnamen schreiben? Natürlich. Nur riskiert man dann, dass evtl. das Haus und/oder Auto beschmiert ist. Es gibt in Deutschland viele, die von Toleranz reden, aber das Gegenteil sind.
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8
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
5 monate vor
Man gewinnt fast den Eindruck, dass sich manche Linke Terroristen und Verbrecher nur deshalb so laut empören.

Eine Klarnamenpflicht wäre für sie das ideale Werkzeug, um kritische Stimmen, tatsachen und Fakten durch Einschüchterung, drohungen und Drohkulissen zum Schweigen zu bringen.
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9
Proximo
5 monate vor
Zitat:
Kein Wort zu unseren Facharbeitern!
https://vorsprung-online.de/politik/237358-flucht-und-asyl-main-kinzig-kreis-sitzt-auf-70-millionen-euro-ungedeckten-kosten.html

"Allein im Bereich „Flucht und Asyl“ blieb der Kreis laut Stolz bislang auf ungedeckten Kosten in Höhe von 70 Millionen Euro sitzen."
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