„Wir zeigen uns auf diesem Wege solidarisch mit dem gewaltlosen Protest der Tibeter gegen die chinesische Besatzungspolitik“, erklärten Landrat Erich Pipa und Landrat a.D. Karl Eyerkaufer zum 57. Jahrestag des Aufstands. Sie hissten vor dem Main-Kinzig-Forum als sichtbares Zeichen des Mitgefühls die tibetische Flagge.
Tibet wird seit 1950 von der Volksrepublik China völkerrechtswidrig besetzt. Am 10. März 1959 protestierten die Tibeter gegen die chinesische Fremdherrschaft und versuchten, den Dalai Lama vor dem Zugriff der chinesischen Besatzer zu schützen, ihm gelang die Flucht ins indische Exil. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen. Nach offiziellen chinesischen Angaben kamen dabei mindestens 87.000 Tibeter ums Leben. Seither leben die Menschen in Tibet mit Folter, politischer und kultureller Unterdrückung. Durch rücksichtslose Zwangskollektivierung wurde die traditionelle Lebensgrundlage der Bauern und Nomaden zerstört. Trotz aller Rückschläge verfolgen die Tibeter konsequent eine Politik der Gewaltlosigkeit.
Die tibetische Flagge steht weltweit für das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes. Die beiden mythischen Schneelöwen stellen die Macht der weltlichen und geistlichen Herrschaft dar, der weiße Berg ist Sinnbild des von Schneebergen umsäumten Tibets. Die aufgehende Sonne bedeutet Freiheit und Wohlergehen. Die zwölf roten und blauen Strahlen symbolisieren die zwölf alten Stämme Tibets und der goldene Rand steht für die Verbreitung der buddhistischen Lehre.
Der Kreis beteiligt sich seit Beginn an der Aktion „Flagge zeigen für Tibet“, welche die Tibet-Initiative Deutschland ins Leben gerufen hat. Das Projekt startete 1996 mit 21 Kommunen, wobei die erste Zusage seinerzeit aus Wächtersbach kam. In diesem Jahr beteiligen sich wieder mehr als 1.000 deutsche Städte, Gemeinden und Landkreise an der Flaggenaktion.
Foto: Landrat Erich Pipa (rechts) und Landrat a. D. Karl Eyerkaufer mit der tibetischen Flagge, die vor dem Main-Kinzig-Forum gehisst wurde.



