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Mit Münchner Firma zum schnellen Internet im Kreis

Mit Münchner Firma zum schnellen Internet im Kreis

Der geplante Breitbandausbau im Main-Kinzig-Kreis geht voran. Am Mittwoch, 19. September 2012, wurde mit der M-net Telekommunikations GmbH aus München das Unternehmen vorgestellt, dass in naher Zukunft die Haushalte in allen 29 Städten und Gemeinden mit einer schnellen Internetanbindung versorgen soll. Bis zu 50 Mbit könnte der Datentransfer dann schnell werden, das wäre eine echte Revolution im Kreis.

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Und mindestens genauso wichtig: Die Kosten für die Endverbraucher sollen sich im bisherigen Rahmen bewegen. Zirka 35 bis 40 Euro könnten laut M-net-Pressesprecher Wolfgang Wölfle für Internet und Telefon fällig werden, die Deutsche Telekom bewegt sich aktuell ungefähr im gleichen Rahmen. Allerdings derzeit mit wesentlich weniger Bandbreite, „mit bis zu 50 Mbit gibt es dann ein wesentlich besseres Preis-/Leistungsverhältnis“, verspricht Wölfle, dessen mehrheitlich kommunal getragenes Unternehmen in Bayern und Baden-Württemberg über 200.000 Kunden versorgt.

„Ein ehrgeiziges und unverzichtbares Projekt für die Zukunftsfähigkeit der Region“, stellte Landrat Erich Pipa bei der feierlichen Präsentation gestern im Main-Kinzig-Forum fest, zu der auch zahlreiche Rathauschefs gekommen waren. Vor allem die europaweite Abfrage nach einem passenden Partner habe für den weiteren Verlauf eine zentrale Bedeutung gehabt. „Kaum jemand hatte uns zugetraut, dass wir mit unserer Suche erfolgreich sein würden“, erläuterte Pipa. Zehn Anbieter hatten letztlich Interesse gezeigt, sechs schließlich auch ein Angebot abgegeben. Den Zuschlag habe das wirtschaftlichste Angebot der M-Net Telekommunikations GmbH aus München erhalten.

An den neuen Partner seien klarer Bedingungen und Ansprüche gestellt, um am Ende eine flächendeckende Anbindung ans Internet zu erreichen. Und da das bayerische Unternehmen in den vergangenen Jahren  Gewinne erwirtschaftet habe, sei auch genügend Finanzkraft vorhanden. „Da wird es null Probleme geben“, ist zumindest Pipa fest von der Zuverlässigkeit des neuen Partners überzeugt.

Die Ziele sind in jedem Fall ehrgeizig: Innerhalb von drei Jahren soll ein Glasfasernetz von zirka 650 Kilometern Länge verlegt werden. Über diese schnellen Kanäle sollen dann zirka 800 Multifunktionsgehäuse und 1700 Kabelverzweiger der örtlichen Telefonnetze angesteuert werden, um allen Haushalten, Unternehmen und Betrieben schnelle Übertragungsraten von 25 bis 50 Mbit zu ermöglichen. Die Bagger sollen schon im Oktober in einzelnen Ortsteilen anrollen, um die nötigen Tiefbaumaßnahmen vorzunehmen. „Und anfangen werden wir in Nidderau-Eichen, weil sich dort eine Breitenband-Interessengruppe gebildet hatte und dieses bürgerliche Engagement wollen wir belohnen“, könne laut Pipa aber jetzt noch nicht gesagt werden, welche Stadt oder Gemeinde danach als nächstes an das neue Netz angeschlossen werden.

Die letzte gute Nachricht für das Projekt bekam der Landrat erst gestern Morgen per E-Mail: Der hessische Finanzminister hatte darin ausrichten lassen, dass er einer Bürgschaft über mehr als 50 Millionen Euro für das Projekt zustimmen werde. Finanziert wird der Breitband-Ausbau über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen mit Sitz in Wiesbaden. „Der Main-Kinzig-Kreis hat ein Modell geliefert, wie der Breitband-Ausbau in Zukunft“, wäre laut Georg Matzner, Referatsleiter Technologiepolitik und -förderung im hessischen Wirtschaftsministerium, eine adäquate Internetanbindung für alle Haushalte ansonsten auch in weiter Zukunft nicht in Sicht gewesen.

Ob es dann tatsächlich auch alle Haushalte werden, wird sich zeigen. Wer nah an einem Verteilerkasten wohnt, wird wie bisher Geschwindigkeitsvorteile haben. Abgelegenere Gebiete werden dagegen möglichweise auch nach dem Ausbau des Glasfasernetzes zumindest von 50 Mbit nur träumen dürfen. „Wenn der Markt versagt, muss es eben die offizielle Hand regeln“, ist Pipa dennoch von der Richtigkeit dieser Entscheidung überzeugt. 15 große Schulen im Main-Kinzig-Kreis sollen übrigens bevorzugt behandelt und möglichst schnell angeschlossen werden.

Die ersten baulichen Maßnahmen für das neue Breitbandnetz im Kreis durften am Ende der kleinen Feierstunde dann die anwesenden Bürgermeister vornehmen. Landrat Pipa schenkte jeder Stadt und Gemeinde eines der 29 Multifunktionsgehäuse, die im Sitzungssaal des Landratsamtes aufgebaut waren. Die meisten schritten sofort zur Tat und packten das neue Breitband-Symbol aus Pappe ein. Zusammen mit einer Info-Broschüre wird es fortan in jedem Rathaus stehen.

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