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MKK rät: Privat vorsorgen für Krisen und Katastrophen

MKK rät: Privat vorsorgen für Krisen und Katastrophen
Neben der Krisenbewältigung durch Feuerwehren und Hilfs- und Rettungsverbänden kann auch jeder Privathaushalt etwas zur Stabilisierung einer flächendeckenden Notlage tun. (Archivfoto: Kreispressestelle)

„Eine verlässliche Notfallvorsorge und vorausschauende Planung sind zentrale Bausteine, um auf Mangellagen und außergewöhnliche Krisensituationen vorbereitet zu sein. Das gilt für die Behörden, die den Katastrophen- und Bevölkerungsschutz koordinieren. Das gilt aber auch für jeden Privathaushalt. Eine gute Vorsorge ist immer ein Gemeinschaftsprojekt“, erklärt Landrat Thorsten Stolz (SPD).

"Der Main-Kinzig-Kreise und seine 28 Städte und Gemeinden arbeiten im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes kontinuierlich und eng zusammen. Krisen- und Einsatzpläne werden regelmäßig fortgeschrieben, überprüft und in Übungen anhand unterschiedlicher Szenarien erprobt. Wir wollen im Ereignisfall schnell, koordiniert und wirksam handeln können. Ziel ist es, die grundlegende Versorgung der Bevölkerung auch bei einer etwaigen Großschadenslage sicherzustellen. Dabei kann aber auch jeder und jede Einzelne mithelfen“, so Stolz.

Staatliche Stellen, Hilfsorganisationen, Unternehmen und die Bürgerinnen und Bürger würden gemeinsam Verantwortung tragen: "Öffentliche Stellen schaffen die organisatorischen und strukturellen Voraussetzungen, koordinieren Einsätze und stellen Informationen bereit; Feuerwehren, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk und weitere Hilfs- und Rettungsorganisationen reagieren mit konkreten Maßnahmen auf die jeweilige Lage vor Ort. Die private Notfallvorsorge wiederum ergänzt dieses System und stärkt dessen Wirksamkeit erheblich, indem sie die Eigenständigkeit jedes Einzelnen erhöht und Einsatzkräfte entlastet. Ein zentrales Ziel privater Vorsorge ist es, kurzfristige Versorgungsengpässe eigenständig überbrücken zu können. Dazu gehören ausreichende Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser, wichtige Medikamente, Hygieneartikel sowie einfache Hilfsmittel wie Taschenlampen, Batterien oder ein batteriebetriebenes Radio. Das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises empfiehlt, sich für einen Zeitraum von bis zu zehn Tagen selbst versorgen zu können. Diese Zeitspanne gibt den Behörden und Einsatzkräften den notwendigen Handlungsspielraum, um Strukturen wiederherzustellen oder gezielte Hilfe zu leisten."

Denkbare Szenarien für eine Mangellage seien vielfältig: "Dazu zählt beispielsweise ein flächendeckender Stromausfall, der nicht nur Licht und Heizung, sondern auch Kommunikation, Wasserversorgung und den Zahlungsverkehr beeinträchtigen kann. Auch extreme Wetterlagen, Lieferkettenstörungen oder technische Defekte können Auswirkungen auf die Grundversorgung haben. Eine gute Vorsorge hilft, Ruhe zu bewahren und handlungsfähig zu bleiben, selbst wenn gewohnte Abläufe zeitweise nicht funktionieren“, erklärt Landrat Thorsten Stolz, zuständiger Dezernent für die Untere Katastrophenschutzbehörde im Main-Kinzig-Kreis.

Komme es zu einer solchen Lage, würden vor Ort konkrete Anlaufstellen geschaffen, sogenannte Leuchttürme, etwa in Bürger-, Dorfgemeinschafts- oder Feuerwehr-Gerätehäusern: "Diese dienen als Informations-, Kommunikations- und gegebenenfalls als Hilfspunkte, an denen Bürgerinnen und Bürger Unterstützung erhalten, Notrufe absetzen und je nach Lage neben Informationen auch Wasser oder einen Zugang zu Strom bekommen können. Insgesamt stärkt eine gute Notfallvorsorge die Widerstandsfähigkeit der Zivilgesellschaft im Main-Kinzig-Kreis“, so Landrat Thorsten Stolz. „Wer vorbereitet ist, handelt besonnener. Wer sich mit Notfallvorsorge beschäftigt und sich und seine Familie vorbereitet hat, trägt aktiv etwas zum Schutz und zur Unterstützung seiner Nächsten bei.“

Hintergrund: Privat vorsorgen für Krisen und Katastrophen

Der Main-Kinzig-Kreis und die hiesigen Hilfs- und Rettungsverbände informieren in unterschiedlicher Form darüber, wie man sich auf eine Krise oder eine Katastrophe ein gutes Stück vorbereiten kann. Informationen finden sich zudem auf den Internetseiten des Main-Kinzig-Kreises (www.mkk.de, unter „Brand- und Katastrophenschutz“) sowie des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK, www.bbk.bund.de). Das BBK gibt klare Empfehlungen, wie jeder Bürger mit einfachen Mitteln seine Sicherheit und die seiner Familie verbessern kann. Dazu gehört, einen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und Trinkwasser für möglichst zehn Tage im Haushalt zu haben. Für eine längere Lagerung eignen sich Konserven, Reis, Nudeln und lang haltbare Getränke dazu, kürzer haltbare Lebensmittel sollten rechtzeitig neu besorgt werden. Ein Speiseplan, der die gelagerten Lebensmittel regelmäßig integriert, hilft beim Erneuern des Bestands. Ebenso wichtig ist die Bereithaltung technischer Hilfsmittel wie batteriebetriebene Taschenlampen, ein batteriebetriebenes Radio oder eine Powerbank für das Smartphone. Diese Geräte sind im Fall eines Stromausfalls unverzichtbar, um informiert zu bleiben und über eine längere Zeit noch Kontakte aufrechtzuerhalten. Für die frühzeitige Warnung, etwa vor herannahenden Unwettern oder Gefährdungen nach Großbränden, ist die Installation von kostenfrei verfügbaren Warnapps auf dem Smartphone ratsam, etwa „Hessen-Warn“. Ergänzend empfiehlt das BBK, wichtige Dokumente griffbereit zu halten und einen persönlichen Notfallplan zu erstellen, damit alle Familienmitglieder im Ernstfall wissen, was zu tun ist. Ein Infoflyer mit mehr Tipps und Hinweisen kann auf der Website des Main-Kinzig-Kreises heruntergeladen werden (www.mkk.de, unter „Brand- und Katastrophenschutz“).

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Neben der Krisenbewältigung durch Feuerwehren und Hilfs- und Rettungsverbänden kann auch jeder Privathaushalt etwas zur Stabilisierung einer flächendeckenden Notlage tun. (Archivfoto: Kreispressestelle)

Kommentare

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Hätteesgernschönhier
2 monate vor
Ich finde es sehr interessant, dass der Staat mir zwar vorschreibt, dass in meinem Schlafzimmer ein Rauchmelder zu hängen hat, ich im Gegenzug bei Sicherheit und Katastrophen zunehmend selbst verantwortlich bin. Ich glaube es hackt.
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Wahrheitsjäger
3 monate vor
Wie ist unser Gas stand? 27% ? Naja, dauert nicht mehr lange, ab 20% wird die Industrie dann ins Leere gucken
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Prepper
3 monate vor
Vergesst es.
Der normale deutsche denkt bei Katastrophenschutz an Klopapier kaufen. :-?
Für alles andere gibt es Lieferando.
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W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
3 monate vor
Immer schön mit den Hufen scharren und die Leute unter Panik halten.
Nur so machen sie das, was man von ihnen verlangt.
Jippy!
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Ruffty
2 monate vor
Fachkräfte, soweit das Auge reicht
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RolandR
2 monate vor
Was für ein dummer Kommentar. Nur weil man irgendwelche Krisen und Katastrophenfälle nicht denken mag, heißt es nicht, daß sie nicht eintreten werden. Siehe Stromausfall Berlin, siehe Ahrtal und und und.

Andere Länder sind da deutlich weiter und waren es schon immer. Diese schwedische Broschüre ist nur die Neuauflage einer Broschüre, die es dort seit Jahrzehnten gibt. Und der Schutzraumbau gehört in skandinavischen Ländern zur Selbstverständlichkeit.
https://www.bigfm.de/nachrichten/stories/skandinavische-laender-versenden-kriegs-leitfaden
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Hätteesgernschönhier
2 monate vor
1. Der Stromausfall in Berlin war ein Anschlag. Die Katastrophe war die unfähige Regierung.
2. Im Ahrtal hätte auch private Vorratshaltung nichts geändert.
3.Bunkerbau hatten wir in den 80gern schon mal. Das war dann Statussymbol der Reichen.

Jeder Mensch, der noch Restbestände an Verstand hat, kann sich selbst denken, was es gut brauchen könnte und was er hinlegen kann und wie man Umschlag betreibt. Das ersetzt nicht den Katastrophenschutz. Aber unsere Regierungen wollen es sich wieder leichter machen. Weil sie nix mehr drauf haben. Siehe Berlin.
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W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
2 monate vor
zitiere RolandR:
Was für ein dummer Kommentar. Nur weil man irgendwelche Krisen und Katastrophenfälle nicht denken mag, heißt es nicht, daß sie nicht eintreten werden. Siehe Stromausfall Berlin, siehe Ahrtal und und und.


Da haben sie tatsächlich recht.
Ein Stromausfall oder Unglücke wie im Ahrtal sind absolut vergleichbar mit der Kriegsrhetorik, dass der Russe morgen in Berlin steht und Deutschland einnimmt.
Oder das Deutschland sich täglich damit befassen soll, dass der Krieg beginnt.

Absolut vergleichbare Themen!

Wenn es nach Strack Zimmermann gehen würde, und die tatsächlich was zu sagen hätte, würden wir uns schon im Weltkrieg befinden.
So wird zum Glück nur die Panik darüber aufrechterhalten.

Ich hoffe, sie haben den Sarkasmus verstanden.
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Proximo
3 monate vor
Man kann nur hoffen, dass man von Krisen und Katastrophen nicht selbst betroffen ist. Auf unsere Politiker würde ich mich nicht unbedingt verlassen, die Menschen im Ahrtal können ein Lied davon singen. Aber Radwege in Peru oder Kühlschränke für Kolumbien sind ja auch wichtig.
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MKK-Prepper
3 monate vor
In einem Land, in dem sich die Hauptstadtbewohner in Scharen die Knochen brechen, weil über Streusalz diskutiert wird, ist Vorsicht angesagt.

Ich würde mit den Verfassern der Pressemeldung gerne einkaufen gehen, welche Lebensmittel 10 Tage bevorratet werden können. 10 Tage im Sommer ohne Strom ist ein ehrgeiziges Ziel. Kühlschrank fällt aus, Kühltruhe fällt aus, Getränke stehen ab. 10 Tage im Winter ohne Strom: die Leitungen frieren zu. Dosen können auf dem Kachelofen nur bedingt gewärmt werden.

Der Artikel ist von Theoretikern geschrieben, denen man die Verantwortung in einer Krisensituation lieber nicht übertragen möchte.

Eine Powerbank nutzt nichts, wenn der Handymast wg. Stromausfall ausfällt. Ältere erinnern sich, daß das Telefon früher bei Stromausfall funktioniert bis alles auf die Stromleitung umgestellt wurde. Ein guter Einfall?

Kurzlebige Lebensmittel sollen rechtzeitig beschafft werden. Seit wann kündigen sich Stromausfälle vorher an?
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MKK-Prepper
3 monate vor
Die Empfehlungen für die zwei Zimmer-Wohnung sind leider nur schwer umsetzbar. Anfänger beginnen mit der Hortung für Streusalz. Bei einem warmen Winter kann der Vorrat gerne via Luftbrücke nach Berlin geflogen werden. Die Beschaffung der Lebensmittel könnte bei dem chronischen Ladensterben in den Ortschaften schwierig warten. Zur Lagerung ein paar Hinweise: Paprika heute gekauft, am nächsten Tag verdorben. Zwiebeln heute gekauft, nach einer Woche faul. Kartoffeln dito. Beispiele beliebig erweiterbar. Zuerst muß der Handel wieder lernen, lagerfähige Ware bereitzu stellen. ;-) Bis dahin holzen wir die letzten Streuobstwiesen ab, überdachen die Äcker - die noch kein Gewerbegebiet sind - Photovoltaik, wandeln die letzten Gärten in Baugebiete um.

Im Fall der Fälle kann der erprobte Prepper an der frischgedruckten Lebensmittelkarte kauen.

Nur nebenbei: Den größten Teil der Vorschläge haben wir in der 4. Klasse gelernt. Ironie des Bildungswesens: Zu der Zeit gab es in den Ortschaften noch Lebensmittelgeschäfte und Omas, die wußten wie ein Garten bestellt wird.
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