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Was soll das denn? Freie Wähler zweimal auf Stimmzettel zur Kreistagswahl

Was soll das denn? Freie Wähler zweimal auf Stimmzettel zur Kreistagswahl
Carsten Kauck ist Vorsitzender der Freien Wähler Main-Kinzig.

Wer den riesengroßen Stimmzettel für die Kreistagswahl am 15. März 2026 vor sicht hat, wird sich wundern: Gleich zweimal steht da nämlich "Freie Wähler" drauf. Dies ist kein Fehler: Einmal heißt es Freie Wähler Main-Kinzig auf Listenplatz 6 und dann zudem Freie Wähler auf Listenplatz 9. Nachdem sich die Freien Wähler von Listenplatz 9 unlängst zu dem Verwirrspiel gäußert hatten (hier nachlesen), haben wir beim Vorsitzenden der Freien Wähler Main-Kinzig, Carsten Kauck aus Birstein, unter anderem nachgefragt, ob sich diese kuriose Situation nicht hätte verhindern lassen.

Zweimal Freie Wähler auf der Liste zur Kreistagswahl – wer war zuerst da?
Carsten Kauck:
"Die Freien Wähler Main-Kinzig als Wählergemeinschaft auf Kreisebene wurde 1992 gegründet. Die Gründung der Partei FREIE WÄHLER im Main-Kinzig-Kreis erfolgte zur Landtagswahl 2008." 

Dann klären Sie uns mal auf: Wie kam es zu diesem Verwirrspiel?
Kauck:
"Eine Kandidatur der Freien Wähler als Wählergemeinschaften bei einer Landtags-, Bundestags- oder der Europawahl ist per Gesetz nicht zulässig. Zu diesen Wahlen dürfen nur Parteien antreten. Daher wurde die Partei FREIE WÄHLER gegründet. In unseren starken lokalen Wählergemeinschaften, die seit Jahrzehnten in den Städten und Gemeinden des Main-Kinzig-Kreises erfolgreiche ehrenamtliche Kommunalpolitik machen, sind viele Vertreter, die sich nur kommunal engagieren wollen und mit Parteien nichts am Hut haben. Diese Haltung hat uns Freie Wähler Main-Kinzig als Wählergemeinschaft immer getragen und macht unseren Erfolg aus." 

Eine gemeinsame Kandidatur wäre also nicht möglich gewesen?
Kauck:
"Doch eine Kandidatur mit einer gemeinsamen Liste zur Kommunalwahl am 15. März 2026 wäre natürlich möglich gewesen. Wir haben dies angeboten. Mit der gemeinsamen Liste bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren, in 2021, wurde es erfolgreich praktiziert. Den Freien Wähler Main-Kinzig ist es 2021 gelungen die Zahl unserer Abgeordneten im Kreistag zu verdoppeln."

Nach der jüngsten Pressemitteilung der FREIEN WÄHLER könnte man meinen, es gibt auch persönliche Differenzen. Wie würden Sie das Verhältnis beschreiben?
Kauck:
"Von Seiten der Freien Wähler Main-Kinzig gibt es keine persönlichen Differenzen mit Vertretern der Partei FREIE WÄHLER. Aber sie haben Recht, natürlich machen auch wir aus, dass in den Pressemitteilungen der Partei der FREIEN WÄHLER immer wieder persönlicher Groll gegen uns, unsere Art der Kandidatur und des Auftretens im Wahlkampf ausgesprochen wird. Angeführt wird dieser Groll von Christian Clauß, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Partei auf Kreisebene. Dies verwundert uns im Vorstand und unser Mitglieder sehr, denn noch bis kurz vor Listenaufstellung der Freien Wähler Main-Kinzig, gehörte Clauß als Mitglied in unserer Wählergemeinschaft auch dem Kreisvorstand als stellvertretender Vorsitzender an. Er engagierte sich maßgeblich bei der Erstellung der aktuell gültigen Satzung unserer Wählergemeinschaft und kritisiert nun permanent, dass wir uns an dieser ausrichten. Sein Verhalten mutet befremdlich an und ist für uns nicht erklärbar."

Was unterscheidet Sie eigentlich inhaltlich?
Kauck:
"Die Freien Wähler Main-Kinzig stehen als kommunale Wählergemeinschaft für klare Sachpolitik. Wir nehmen Themen und Anliegen der Bürger vor Ort auf und suchen nach Lösungen vor Ort. Wir verfolgen individuelle Lösungsansätze und keine pauschalen Vorgaben von oben. Parteiideologie ist uns fremd. Diese Haltung oder Herangehensweise können wir bei anderen nicht erkennen."

Haben Sie schon einmal über eine Namensänderung nachgedacht?
Kauck:
"Nein, eine Namensänderung steht bei uns nicht zur Debatte. Der Name „Freie Wähler Main-Kinzig“ steht für ein Engagement vieler ehrenamtlicher Kommunalpolitiker aus verschiedensten Kommunen auf Kreisebene und für ein seit 2001 erfolgreiches und ununterbrochenes Wirken im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises. Dies wollen wir auch in den kommenden fünf Jahren fortsetzen und werben dafür mit unserem Namen „Freie Wähler Main-Kinzig“.

Und wie sieht es nach der Wahl aus: Sehen Sie Chancen für eine Zusammenarbeit?
Kauck
: "Wie nach jeder Wahl, werden wir uns mit allen in den Kreistag gewählten demokratischen Gruppierungen zu ergebnisoffenen Gesprächen treffen. Das macht Demokratie aus."

Kommentare

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Bote
2 monate vor
Für mich nicht wählbar. Ich kann nicht unterscheiden, wer für was steht, außer ein paar Namen, die immer in der Zeitung stehen müssen.
Und wenn dieses Klein-Klein schon innerhalb einer Gruppierung ist, sehe ich überhaupt keine positive Zukunft, um im gemeinsamen Miteinander den MKK nach vorne zu bringen.
Werdet euch einig, wer oder was wer oder was ist - und dann schauen die Wähler man bei der nächsten Kommunalwahl, ob ihr wählbar seid...
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Christian Clauß
2 monate vor
Eigentlich gibt es kein Verwirrspiel. Es gibt die Freie Wählergemeinschaft Main-Kinzig-Kreis e.V. (FWG) von Herrn Kauck und die FREIE WÄHLER Kreisvereinigung Main-Kinzig (FW). Herr Kauck hatte dieses Mal die Kooperation mit uns ausgeschlagen, da die FWG nicht mit auf unsere Liste, sondern nur unter ihrer Flagge segeln wollte. Nicht anders !Denn das Angebot zur Kooperation bestand stets seitens der FREIE WÄHLER. Das galt immer, und so hatten die FREIE WÄHLER bei der letzten Wahl es bewiesen. Dies verhalf der FWG mit zu dem Erfolg, mehr Abgeordnete in das Kreisparlament einziehen zu lassen. Entgegen unserer Satzung waren wir damals mit auf der Liste der FWG angetreten. Und nun das?
Wenn eine Freie Wählergemeinschaft mit den FREIE WÄHLER kooperiert, dann darf sie das FWG-Logo nutzen, für das wir das Copyright besitzen.
Bei den FREIE WÄHLER ist eine Doppelmitgliedschaft möglich - Siehe Homepage Grundordnung. Das ist bei der FWG Main-Kinzig-Kreis e.V. nicht erlaubt. Mein Anliegen war deshalb stets, diese Satzung dahingehend zu reformieren! Dies wurde ungeprüft ausgeschlagen. Ebenso ist bei den FREIE WÄHLER festgelegt, das kein Diktat von oben getätigt werden darf, sondern nur von unten nach oben entschieden wird. Das ist bei der FWG zu meinem Bedauern nur eine Lippenbekenntnis. So wurde dort nachweislich protokollarisch im Vorstand etwas festgelegt und dennoch dann anders agiert. Das war mit der Grund meines Austrittes.
Ich hege keinen Groll, sondern engagiere mich für die Stärkung der Anliegen aller Wählergemeinschaften und deren Sichtbarkeit und Vertretung bei Themen, die über die Entscheidungskompetenz auf Kreisebene hinausgehen. Diese Transparenz bei den FREIE WÄHLER wurde von vielen FWGs erkannt und eine Kooperation von FWG Main- Kinzig-Kreis e.V. und FREIE WÄHLER Main-Kinzig war und ist immer im Sinne der FREIE WÄHLER.
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Karl M.
2 monate vor
Wenn ich nur die Wahl zwischen einem veganen Schnitzel und einem veganen Schnitzel e.V. habe, wechsle ich das Lokal. Bei einem Schnitzel erwarte ich Schweine- oder Kalbfleisch. Gemüse nur als Beilage.

Mit einer Verkleinerung des Kreistages auf 30 Abgeordnete würden uns solche Diskussionen erspart bleiben. Mir fällt nichts ein, welchen Mehrwert die Freien (eV oder nicht) im Kreistag bringen.
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Arne M.
2 monate vor
Die EINEN FW wollten nicht auf deren Liste und die ANDEREN FW wollten nicht auf deren LISTE! Herr Gott was soll der ganze Unsinn?! Euch sollte schon klar sein, dass das euch Stimmen kosten wird? Ich finde es traurig, dass man sich nicht einigen konnte. Mich würde aber interessieren, weshalb es nicht zustande kam? Da hat der eine oder andere sicher angst gehabt um seinen Listenplatz vermutlich, denn er oder sie nicht mehr erhält... was mich aber etwas stutzig macht, weshalb tritt die eigendliche FWG als "Freie Wähler Main-Kinzig" auf? Denn Sie schreiben doch selbst Freie WählerGEMEINSCHAFT (FWG)!! Was soll also diese Wählerverwirrung? Schade, mal sehen was dabei rauskommt.
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Bernd
2 monate vor
Weil sich 2-3 Leute nicht gegenseitig riechen oder leiden können, sollen nun die anderen fleißigen darunter leiden?! Nein ich habe mit beiden keine Probleme und war schon IMMER Wähler der Freie Wähler! Auf Landes und Bundesebene immer gewählt, OK nun ist ein Splitt da weil man sich nicht einigen konnte angeblich. Schade dass wegen persönlichen Interessen und Machtpositionen hier andere darunter leiden sollen.

Ich habe meine meine Stimmen BEIDEN gegeben! Jeweils die ersten 20 Plätze. Sie sollen ruhig im Kreistag wieder zusammenkommen
und hoffentlich mit guten Lösungen für die Menschen im Kreis arbeiten!

Die Altparteien und Faschos werden mir hingegen nicht gewählt!

Gruß
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Eine Wahlerin
2 monate vor
Nichts gegen Herrn Kauck und seine Orts FWGs aber in einem Protokoll steht tatsächlich bei der Gründung 1992 schwarz auf weiß: Freie Wählergemeinschaft Main Kinzig Kreis e.V.
Ich habe mir diesen vom Vereinsregister dies auch so bestätigen lassen.

Warum dann bitte weiterhin Freie Wähler Main-Kinzig?!

Die Partei ist tatsächlich laut Satzung und Gründung mit FREIE WÄHLER eingetragen.
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Stefan
2 monate vor
Kapiere ich alles nicht.

Was sagt denn dieser "Christian Clauß" zu seiner sehr eigenen Rolle?

Personelle Eitelkeiten - machen diese Freien Wähler leider nicht sympathisch.
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Karl M.
2 monate vor
Wählerverwirrung ist seit jeher eine Spezialität der Freien Wähler. Die FW des Kreises wollen nichts mit den FW des Bundes zu tun haben, die FW der Gemeinde wollen nichts mit den FW des Kreises zu tun haben, die FW der Gemeinde koalieren nicht, wenn sie einer Partei immer zustimmen,
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