Denn Hanaus Schwerpunkt als Wirtschaftsstandort ist die Materialtechnik. Diese liefert Werkstoffe und Lösungen für viele Industriezweige, ohne die zahllose Innovationen nicht möglich wären.
„Die Produkte der Hanauer Materialtechnikunternehmen sind häufig nicht sichtbar, jedoch kommt kein Auto, Windrad oder Smartphone ohne sie aus. Und ohne sie sind Ressourceneffizienz und Umwelttechnik nicht möglich!“ erläutert Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Jeder wisse was ein Chemiestandort sei oder eine Autostadt. Materialtechnik hingegen sei noch kein gängiger Begriff. „Das wollen wir für Hanau jetzt ändern!“ kündigt Kaminsky an. „Deshalb haben sich Stadt, IHK und fünf führende Unternehmen in der Materialtechnik gemeinsam auf den Weg gemacht, den Bekanntheitsgrad von Hanau als Wirtschafts- und Arbeitsstandort zu erhöhen und das Profil der Stadt als Materialtechnikstandort zu schärfen“, erläutert der Oberbürgermeister. Mit von der Partie sind Evonik Industries AG, Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH, Heraeus Holding GmbH, Umicore AG & Co. KG und die Vacuumschmelze GmbH & Co. KG und die Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern.
Die auf dem globalen Markt führenden Unternehmen erforschen, entwickeln und produzieren in Hanau komplexe Materialien für die verschiedensten Industriebranchen: Automobil, Chemie und Pharma, Elektro, Energie und Umwelt, Glas, Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik zählen dazu. Zudem beschäftigt sich seit zwei Jahren die Fraunhofer-Projektgruppe IWKS in Hanau damit, Verfahren zum Recycling von Rohstoffen zu erforschen und einen möglichst gleichwertigen Ersatz für seltene und teure Rohstoffe zu finden.
„Hanau hat mit der Materialtechnik ein ganz besonderes Profil und ist zudem ein interessanter Wirtschaftsstandort mit innovativen und zukunftssicheren Arbeitsplätzen“, ergänzt Erika Schulte, Geschäftsführerin der Hanau Wirtschaftsförderung. Erste Zielgruppe der Imagekampagne seien daher junge oder angehende Fachkräfte. Mithilfe von verschiedenen Werbemitteln und einer eigenen Webseite wolle man die Zielgruppe auf die vielfältigen und interessanten beruflichen Möglichkeiten in Hanau aufmerksam machen und sie dafür begeistern.
„Die Stadt Hanau und fünf der führenden Materialtechnikunternehmen treiben gemeinsam die Profilierung des Standorts voran, anstelle sich gegenseitig die Bewerber vor der Nase wegzuschnappen. Besser kann Zusammenarbeit nicht gestaltet werden, daran beteiligt sich die IHK sehr gerne“, kommentiert Dr. Gunther Quidde, Hauptgeschäftsführer der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Das Rhein-Main-Gebiet und damit Hanau und der MKK sei eine der prosperierenden Regionen in Deutschland. Die Kommunen und Kreise profitierten von der hohen Wirtschaftskraft, der zentralen Lage und der Nähe zum internationalen Flughafen Frankfurt. „Im Wettbewerb um Unternehmen und Talente ist es wichtig, ein eigenes, authentisches Profil zu entwickeln“, ist auch Quidde überzeugt.
Die gemeinsam entwickelte Kampagne – die jetzt in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt wurde – ist unter der Leitung von Wirtschaftsförderin Erika Schulte entstanden: „Vor rund eineinhalb Jahren haben wir uns gemeinsam mit den fünf Unternehmen und der IHK auf den Weg gemacht und zunächst im Rahmen eines Projektes mit Studierenden der Brüder-Grimm-Berufsakademie (BGBA) die Grundlagen für die jetzt beginnende Kampagne erarbeitet: Die Zielgruppe, den Stil, die Umsetzung. Auf dieser Basis haben wir zusammen mit der Agentur Arndt Benedikt (Frankfurter Agentur für Branddesign und Brandcommunication) eine konkrete Kampagne entwickelt“, erläutert Schulte. Um diese Zielgruppe zu erreichen, habe man sich für außergewöhnliche grafische Plakatmotive entschieden, die auf Produkte der Unternehmen hinweisen und neugierig machen sollen. Gleichzeitig fordert der Text dazu auf, sich zu bewerben.
Ein erster Praxistest erfolgt in Kürze: ab Mitte Mai, also mitten im Sommersemester, werden an sechs aufeinanderfolgenden Wochen im Rahmen einer Citylight-Kampagne an 72 Standorten in Darmstadt auf dem Weg vom Bahnhof zum Hochschulstandort Lichtwiese die Motive plakatiert. „Um herauszufinden, ob wir damit die gewünschte Aufmerksamkeit erzielen, werden wir neben den Klickraten auf der Homepage auch die Ergebnisse einer Befragung zu Rate ziehen“, erläutert Schulte. Zu Beginn, am Ende und vier Wochen nach der Plakatierung würden Studierende der TU Darmstadt befragt, ob sie die Plakate wahrgenommen und wie sie ihnen gefallen haben.
„Hanau muss sich nicht verstecken. In den vergangenen Jahren hat sich die Stadt enorm entwickelt – sowohl wirtschaftlich als auch was die Lebensqualität betrifft. Es wird Zeit, dass Hanau mehr Selbstbewusstsein zeigt und der Welt mitteilt, was es alles zu bieten hat“, sind sich OB Kaminsky, Schulte und Quidde einig. Mit der neuen Kampagne habe man einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. „Diesen Weg wollen wir weiter gehen.“
Foto: Gemeinsam für den Materialtechnikstandort Hanau: Beate Korreng, Human Resources Evonik Industries AG, Gabriele Velte, Director Government Affairs D-A-CH Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH, Matthias Marquardt Leiter Unternehmenskommunikation Vacuumschmelze GmbH & Co. KG, Dr. Bernhard Fuchs, Vorsitzender des Vorstands Umicore AG & Co. KG, Erika Schulte, Geschäftsführerin Hanau Wirtschaftsförderung GmbH, Claus Kaminsky Oberbürgermeister, Dr. Jörg Wetterau, Leiter Technologiekommunikation & Fachpresse Heraeus Holding GmbH, Dr. Gunter Quidde, Hauptgeschäftsführer IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Matthias Mainka, Hanau Wirtschaftsförderung GmbH.
Foto: Stadt Hanau



