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Keiler Bier

Musterbeispiel für gelungene Integration

Musterbeispiel für gelungene Integration

Jeden Tag sehen wir die Bilder in den Nachrichten: Verzweifelte Menschen, zu hunderten in altersschwache Fähren und Fischkutter gepfercht.

Höfler Fenster

firmaruppSie lassen alles hinter sich, riskieren einen grausamen Tod und klammern sich an die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Freiheit und Sicherheit. Auch Ibrahim Ahmedin aus Eritrea wählte diesen gefährlichen Weg. Notgedrungen ließ der 29jährige seine Frau und die drei Kinder in der ostafrikanischen Heimat zurück, wo er als ehemaliger Zwangs-Soldat keine Perspektive mehr sah.

firmarupp1Anderer Kontinent, gleiches Schicksal: Der Syrer Aldin Khawam suchte mit seiner Familie ebenfalls das Heil in der Flucht. Aleppo, die Heimatstadt des 37jährigen, ist vom jahrelangen, blutigen Bürgerkrieg nahezu vollständig zerstört. Ein normales Leben ist für den Schmied dort undenkbar. Beide Männer verschlug es am Ende in den Main-Kinzig-Kreis. Nachdem ihr Aufenthaltsstatus geklärt war, kümmerte sich das Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) um sie. Beide einte der Wunsch, schnell eine Arbeit zu finden. Kein leichtes Unterfangen für Arbeitsvermittler Matthias Riedisser. Ahmedin spricht bislang kaum Deutsch und auch wenn Khawam sich bereits verständigen kann – ohne hier anerkannte Berufsausbildung sind die Aussichten auf dem regulären Arbeitsmarkt mau.

An der Stelle kommt Thomas Winkler ins Spiel. Winkler ist Inhaber der Firma Rupp Dächer GmbH aus Langenselbold. Lange schon trägt er sich mit dem Gedanken, sich sozial für andere zu engagieren. „Meine Zeit ist knapp bemessen, daran ist der Vorsatz immer gescheitert“, räumt er ein. Aber dann kommt ihm die Idee, sein Unternehmen für diesen Plan zu nutzen. Er nimmt Kontakt zum Jobcenter auf und bietet einen Arbeitsplatz gezielt für einen Flüchtling an. Riedisser zögert nicht lange und steuert erst Khawam ein – zunächst als Praktikant. Erfahren in der Metallverarbeitung bewährt sich der Syrer schnell. Vom Umgang mit seinen 30 Kollegen bei der Rupp Dächer GmbH profitieren seine Deutschkenntnisse stark. Und Arbeitsvermittler Riedisser kann die Firma Rupp Dächer GmbH überzeugen, auch dem Ostafrikaner Ahmedin eine Chance zu geben – die dieser zu nutzen versteht. Inzwischen sind beide Männer stolze Besitzer eines festen Arbeitsvertrages. Das Jobcenter sorgt mit umfassender Beratung und Förderung dafür, dass die Rahmenbedingungen passen. Für KCA-Mann Riedisser ist der Fall längst zur Herzensangelegenheit geworden. In seiner Freizeit begleitet er die zwei auf der Wohnungssuche und bei Gängen zu Banken und Behörden.

„Ein besseres Beispiel für eine gelungene Integration könnte ich mir nicht wünschen!“ Susanne Simmler, als Erste Kreisbeigeordnete auch für das Jobcenter des KCA verantwortlich, freut sich sichtlich. „Wir sprechen derzeit viel von Willkommenskultur und davon, dass wir uns als Gesellschaft für Migranten und Flüchtlinge öffnen müssen“, so die Vize-Landrätin. „Herr Winkler hat nicht nur geredet; er hat gehandelt und damit die Basis dafür geschaffen, das zwei Familien Krieg und Vertreibung überwinden und in unserer Region eine neue Heimat finden“, lobt sie das Engagement des Langenselbolder Unternehmers. Simmler hofft, dass das Beispiel der Firma Rupp Dächer GmbH Schule macht und auch andere Arbeitgeber im Main-Kinzig-Kreis diesem Vorbild folgen. Sie verspricht: „Von unserer Seite sichere ich alles an Unterstützung und Förderung zu, was wir leisten können.“

Winkler ist mit seinen neuen Mitarbeitern hochzufrieden. „Die wollen unbedingt arbeiten, das macht wett, was noch an Sprach- und Fachkenntnissen fehlt. Beide einzustellen war goldrichtig – da reicht mir ein Blick in ihre Augen.“

Foto (von links): Aldin Khawam, Inhaber Thomas Winkler und Ibrahim Ahmedin.

Foto (von links): Mitarbeiter der Firma Rupp Dächer GmbH und des KCA-Jobcenters auf dem Firmengelände in Langenselbold.

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