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„Sinkende Fahrgastzahlen führen zu Mindereinnahmen“

„Sinkende Fahrgastzahlen führen zu Mindereinnahmen“

Die sinkende Bevölkerung in weiten Teilen des Kreises sowie vor allem die zurückgehenden Schülerzahlen machen sich auch im Busverkehr bemerkbar.

Morgenpost

Seit fast zehn Jahren müssen die Beförderungsunternehmen jährlich mit geringeren Einnahmen und steigenden Ausgaben kalkulieren. „Wir konnten bisher mit flexiblen Lösungen und regionale Lenkungsmaßnahmen die steigenden Kosten auffangen“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Dr. André Kavai. Auch hätten sich neue Angebote wie der Familienbus in Erlensee und Biebergemünd oder die Fahrten zum Kino durchaus bewährt. Umgekehrt fahren insbesondere im östlichen Kreisgebiet einige Linien an den Wochenenden ohne nennenswerte Resonanz.

Konkret rechnen die Busunternehmen mit Kostensteigerungen von jährlich mindestens drei Prozent. Parallel geht der Bereich der Schülerbeförderung als wichtigste Einnahmequelle um jährlich bis zu 20 Prozent zurück. Wie Kavai erläutert, entstehe auf diese Weise eine zusätzliche Deckungslücke von etwa 900.000 Euro pro Jahr. Es ist nun am Kreistag, den Umgang mit diesen Mindereinahmen zu diskutieren und zu entscheiden. Hierüber informierte Kavai heute die Bürgermeister im Rahmen der Bürgermeisterkreisversammlung.

Für Kavai ist der erste Ansatzpunkt eine Analyse der Fahrgastzahlen: „Wir müssen darüber nachdenken, ob wir uns Linien leisten können, die am Tag nicht einmal 50 Personen befördern“, sagt Kavai mit Blick auf den Nahverkehrsplan 2013 bis 2018. Wie die Fahrgasterhebungen gezeigt haben, werden samstags 30 Linien bedient, die jeweils maximal 38 Fahrgäste befördern. Sonntags fahren 15 Linien nahezu ohne Passagiere die Stationen an.

„Die Unterschiede zwischen den Hauptverkehrsphasen und den übrigen Stunden sind teilweise enorm“, schildert Kavai. Wo wochentags noch 1.400 Kunden gezählt werden, sind es sonntags gerade einmal sieben. Daher sei eine Anpassung einiger Angebote unumgänglich. Kavai schlägt deswegen vertretbare Kürzungen vor, die sich an den aktuellen Nutzungszahlen orientieren. Denn um ein attraktives Angebot anderorts erhalten zu können, müssen die Strecken und Fahrpläne regelmäßig auf die veränderten Nachfragen abgestimmt werden.

„Die damit zu erwartende Einsparung würde allerdings nur bei etwa 400.000 Euro liegen“, so Kavai. Damit könnten die gesamten Defizite immer noch nicht aufgefangen werden. Es sei daher eine Herkulesaufgabe in den nächsten Wochen für den Kreistag, die Konsequenzen dieser Finanzierungslücke zu diskutieren und zu entscheiden. Für den Osten des Main-Kinzig-Kreises ist es aus seiner Sicht unumgänglich, dass mit dem Aufbau eines Anrufsammeltaxis trotzdem die Mobilität der Menschen gesichert bleibe.

Kavai schreibe hierzu die Fraktionsvorsitzenden nun an, um sie über die Sachlage zu informieren und für eine produktive Diskussion im Sinne des Kreises zu werben. Er und die Kreisverkehrsgesellschaft stehen dem Kreistag und den Ausschüssen zur Verfügung, um die anstehenden Beratungen in allen Facetten zu unterstützen.

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