
Gestern wurde an den Vorstand in der Geschäftsstelle in Altenhaßlau die Stiftungsurkunde der neuen „Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung“ übergeben. Stiftungsvorstand und -beirat wollen zunächst vorrangig Projekte unterstützen, die sich mit den Themen „Alter“ sowie „Jugend und Bildung“ beschäftigen.
Anlässlich des 150-jährigen Bestehens im vergangenen Jahr hatte Vorstandsmitglied Roland Trageser die Idee, eine Stiftung zu gründen, und schnell seine Vorstandskollegen und den Aufsichtsrat an seiner Seite. „Wir wollen Dinge in Bewegung bringen“, freute sich daher nicht nur Trageser, als am 19. Dezember 2012 die Satzung vom Regierungspräsidium Darmstadt anerkannt und die Stiftungsurkunde ausgestellt wurde. Die Stiftungsurkunde überreichte gestern Sven Zehender von der DZ Privatbank, deren Experten bei der Stiftungsgründung entscheidend mitgewirkt haben.
Die genauen Förderrichtlinien werden in den nächsten Wochen ausgearbeitet, die Grundlinie steht aber natürlich bereits fest. Stiftungszweck ist die Förderung von Erziehung und Bildung, vorrangig in den Bereichen der musischen und kulturellen Bildung, des Schulsports sowie der Jugendhilfe. Darüber hinaus sollen Vorhaben und Maßnahmen unterstützt werden, um den Fachkräftemangel in der Region Main-Kinzig und Oberhessen zu beseitigen. Geplant ist zudem die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke. Im Mittelpunkt soll dabei besonders die Unterstützung von behinderten, kranken und sozial benachteiligten Menschen stehen, auch in der Altenhilfe will sich die Stiftung engagieren. Ebenfalls Stiftungszwecke: Die Förderung des Feuer-, Arbeits-, Katastrophen- und Zivilschutzes sowie der Unfallverhütung, außerdem die Unterstützung von Sport, Kunst und Kultur.
Zunächst stehen aber die Herausforderungen, die der demographische Wandel mit sich bringt, im Mittelpunkt. Unter dem Stichwort „Alter“ sollen die Themen der hilfsbedürftigen Menschen, insbesondere der älteren Bevölkerung in strukturschwachen Gegenden, näher betrachtet und gefördert werden. Den Aufbau eines Palliativnetzes im Osten des Main-Kinzig-Kreises unterstützt die VR Bank Main-Kinzig-Büdingen bereits finanziell, jetzt sollen unter dem Leitmotto „Lebensqualität für ältere Menschen“ weitere Themen aufgegriffen werden. „Der sich auch in unserer Region abzeichnende Fachkräftemangel kann nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Versorgung der Bevölkerung mit handwerklichen Leistungen und Dienstleistungen erhebliche Folgen haben“, erklärt Roland Trageser, was unter den Stichworten „Jugend und Bildung“ gefördert werden soll.
Vorsitzender des Stiftungsvorstandes ist Jens Pröscher, Bereichsdirektor für vermögende Privatkunden im Vermögensmanagement der VR Bank. Nicht ohne Grund: Wer beispielsweise keine Nachfahren hat, kann sein Vermögen der Stiftung hinterlassen oder es treuhänderisch verwalten lassen. „Es ist möglich, dass sich Kunden mit Kapital an der bestehenden Stiftung oder einer weiteren Treuhandstiftung unter dem Mantel der jetzt neu gegründeten Stiftung beteiligen“, erklärt Andreas Hof, Vorstandsvorsitzender der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen. Die Bank selbst hat 150.000 Euro Gründungskapital eingezahlt, „und zwar zusätzlich zu den 411.000 Euro, die wir im vergangenen Jahr an die Region ausgeschüttet haben“, so Hof weiter. Um der Stiftung genügend Handlungsspielraum zu geben, stellte Hof auch für die Zukunft finanzielle Unterstützung in Aussicht.
Neben Jens Pröscher gehören der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Harth, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Manfred Bress und Regionaldirektor Norbert Ross dem Stiftungsvorstand an. Der Stiftungsbeirat wird vom ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Bernd Müller angeführt. Seine Stellvertreterin ist die Schulleiterin der Kopernikusschule Freigericht, Anna Maria Dörr. Zum Beirat gehören außerdem die Aufsichtsratsmitglieder Annemarie Lenz-Appel und Bernfried Hubert, der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Wolfgang Humbroich sowie als langjähriger Kunde Dr. Gerd Albert und der Vorstandsvorsitzende der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen, Andreas Hof.



