Die Zusammenkunft findet jährlich wechselnd in einer anderen Landeskirche statt. Gastgeber und Einladender war der Präses der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck, Kirchenrat Rudolf Schulze. Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens in Kassel standen die aktuellen Strukturentwicklungen und Kirchenreformen sowie die Projekte für die Themenjahre der Reformationsdekade, in die die Reformationsbeauftragte der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Petra Schwermann, einführte. Bei seiner Begrüßung der Gäste im Brüder-Grimm-Museum stellte Oberbürgermeister Bertram Hilgen die positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Kassel dar und berichtete über die Planungen zur 1100-Jahr-Feier und zum Hessentag. Im Brüder-Grimm-Museum hörten die Präsides anschließend einen Vortrag über den religiösen Gehalt der Grimmschen Märchen. Am Abend folgte eine Vorstellung der gastgebenden Landeskirche.
Beim Abschlussgottesdienst in der Kasseler Paul-Gerhardt-Kirche sagte Bischof Prof. Dr. Martin Hein mit Blick auf das Pfingstfest, der Satz Jesus "Ich lebe, und ihr sollt auch leben" sei die entscheidende Voraussetzung dafür, Christ zu sein. Jesus sei im Heiligen Geist unter uns wirksam. Das lehre uns die Erfahrung von Pfingsten. Unser Handeln sollte daher nicht vom Geist der Verzagtheit und des Abschieds bestimmt sein, sondern von dem Geist der Freude und der Bewegung. Der Bischof wörtlich: „Ich wünschte mir, wir wären da viel mutiger, zuversichtlicher und fröhlicher.“
Stichwort: Landessynode / Präses der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
Der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehören rund 886 000 Menschen an. Das Gebiet der Landeskirche erstreckt sich von Bad Karlshafen im Norden bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim im Süden, vom Waldecker Upland im Westen bis zum im Freistaat Thüringen gelegenen Kirchenkreis Schmalkalden.
Die Landessynode besitzt herausragende Kompetenzen: Sie hat in allen kirchlichen Fragen die letzte Entscheidung. Sie teilt die geistliche und rechtliche Leitung mit dem Bischof, den Pröpsten, dem Rat der Landeskirche und dem Landeskirchenamt. Alle anderen Leitungsorgane sind der Landessynode verantwortlich. Die Synode wählt den Bischof und entsendet aus ihrer Mitte den Rat der Landeskirche. Sie erlässt Gesetze, verabschiedet den Haushalt. Sie schafft so die Grundlagen für das rechtliche Leben der Landeskirche.
93 Mitglieder gehören der Landessynode an; dabei sind die Nicht-Theologen in der Mehrheit. Das Gros der Mitglieder wird direkt von den Synoden der Kirchenkreise für sechs Jahre gewählt. Hinzu kommen von Amts wegen der Bischof sowie seine Stellvertreter, der Vizepräsident (juristischer Stellvertreter) und die Prälatin (theologische Stellvertreterin), die Pröpste der vier Sprengel sowie die Direktoren des Evangelischen Predigerseminars und der Evangelischen Akademie. Der Rat der Landeskirche beruft zwölf weitere Mitglieder der Landessynode, von denen mindestens acht Laien sein müssen. Bei deren Berufung sollen laut Grundordnung „die für den Dienst der Kirche in der Welt wichtigen Kräfte“ vertreten sein.
Die Landessynode tagt in der Regel zweimal im Jahr in Hofgeismar: im Frühjahr und in der Woche vor dem 1. Advent. Ihre Sitzungen werden durch den /die Präses oder ihre Stellvertreter geleitet. Seit Frühjahr 2010 ist die 12. Landessynode im Amt. Präses ist der Dekan des Kirchenkreises Melsungen, Kirchenrat Rudolf Schulze, Erster Beisitzer der ehemalige Polizeipräsident Nordhessens, Wilfried Henning (Kassel), Zweite Beisitzerin die Rechtsanwältin Christiane Freifrau von und zu der Tann-Rathsamhausen (Tann/Rhön).



